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*** Adventskalender - 12. Dezember ***

Mit unserem Adventskalender wollen wir aus verschiedenen Blickwinkeln einen Blick auf die Weihnachtszeit werfen. Und zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas. Wer uns die richtige Antwort auf unsere Tages-Frage schickt, nimmt an der Verlosung teil.

Wie lautet die Frage des Tages?

Welcher vergessenen Volksgruppe gedenkt der Bundesrat - neben den im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma - jedes Jahr vor Weihnachten?

Wer sich auf unserer Seite zum Thema "Minderheiten und Randgruppen" umschaut, wird auf die richtige Antwort stoßen.

 

Am 12. Dezember werfen wir einen Blick auf Weihnachten bei Sinti und Roma. Mit 12 Millionen Menschen gelten sie in der EU als größte ethnische Minderheit. Welche kulturelle Eigenheiten es an Weihnachten gibt, fragte ein Hörer den Deutschlandfunk. Im folgenden zitieren wir aus einem Artikel von Kilian Kirchgeßner, zum vollständigen Beitrag.

 

Wie feiern Roma Weihnachten?

Natürlich gehört viel Musik dazu, wenn in Roma-Familien Weihnachten gefeiert wird. Die Slowakin Agnes Horvathova beginnt zu strahlen, wenn sie an die Heiligen Abende ihrer Kindheit denkt.

"Der Onkel hat das Akkordeon rausgeholt, der Neffe die Gitarre, und so sind wir dann rundgegangen zu allen Familienmitgliedern. Wenn wir jemanden aus der Familie ausgelassen hätten, wäre das die größte denkbare Beleidigung gewesen. Danach haben wir bis in die Nacht geplaudert und die familiäre Wärme genossen. Da haben wir uns immer am meisten darauf gefreut."

Heute lebt Agnes Horvathova längst nicht mehr in einem slowakischen Dorf, sondern in der Hauptstadt Bratislava. Von der Frage, wo eine Roma-Familie wohnt, hängt meistens auch ab, wie sie Weihnachten feiert. Wenn die Familien gut integriert mit der Mehrheitsbevölkerung in den Städten leben, seien die Traditionen schon seit Jahrhunderten sehr ähnlich, sagt Ethnologe Arne Mann von der slowakischen Akademie der Wissenschaften. In der Slowakei gibt es aber auch verarmte  Siedlungen, wo die ärmsten Roma ghetto-artig in einfachsten Hütten leben, oft ohne Strom und fließendes Wasser.
 
"In diesen isolierten Dörfern, wo die Roma in existenziellen Problemen leben, wird Weihnachten anders gefeiert. Da trifft die ganze Familie zusammen, auch von weither – und es wird kein besinnliches Fest, sondern ein krachendes Vergnügen."

Die Musik

Einige Lieder beruhen auf eigenen Roma-Überlieferungen, anderes stützt sich auf das klassische slowakische Liedgut, sagt Ethnologe Arne Mann.

"Früher kamen die Roma an Weihnachten unter die Fenster der Dorfbewohner und sangen die traditionellen Lieder. Sie interpretierten sie mit einem besonderen Akzent, man kann sagen: auf Roma-Art. Das war für die musizierenden Familien wichtig, weil sie dadurch ihr Festessen für Weihnachten verdient haben."

Aber auch bei den Familien, die nicht durchs Dorf ziehen, ist die Musik der Mittelpunkt des Heiligen Abends. Anders sei das Fest einfach nicht denkbar, sagt Agnes Horvathova, die Frau aus Bratislava:

"Als meine Mama noch lebte, sagte sie immer: Wenn ihr nicht zum Singen vorbeikommt, dann ist für mich nicht Weihnachten."

Das Essen

„Ich habe gehört, dass Zigeuner an Weihnachten Igel in Beton gießen, den Klumpen im Feuer garen, anschließend den Beton abklopfen und dann den Igel essen… Stimmt das?“ so lautete eine Frage in einem Forum.

Tatsächlich kamen früher bei Roma - wie bei fast allen Europäern - zum Jahresende Igel auf den Tisch, wenn sie ihren Winterspeck angelegt haben und am nahrhaftesten waren,  Dies ist aber keine Weihnachtstradition. Der Verzehr des Igels hat für die Roma seit Jahrhunderten auch eine symbolische Bedeutung: Es geht darum, die Eigenschaften des Tiers aufzunehmen: seine Unabhängigkeit, seine Fähigkeit, sich zwecks Verteidigung einzurollen. Traditionell wurde der Igel erlegt und dann mit Ton umwickelt. Dieser „Tontopf“ wird dann in einem Erdloch mit Glut begraben, darauf wird ein Feuer gemacht.  Nach einigen Stunden wird der Igel ausgegraben, die Stacheln stecken im Ton fest und dann wird er verspeist.

Was aber wird tatsächlich an Weihnachten gegessen?

Als Hauptgericht wird in vielen Familien bis heute eine Speise gekocht, die früher als traditionelles Roma-Gericht galt - Goja heißt sie. Heute gibt es sie fast nur noch an Weihnachten, sagt Zuzana Kumanova:

"Goja ist gefüllter Darm, da kommt Mehl rein oder geriebene Kartoffeln mit Graupen, oft auch geräuchertes Fleisch. Dann wird es gekocht und anschließend noch im Ofen überbacken. Die Vorbereitung ist ausgesprochen anspruchsvoll, weil der Darm ganz vorsichtig gereinigt werden muss, das kostet sehr viel Zeit – vielleicht ist es auch deshalb heute kein Alltagsessen mehr."

 

Wie kann man teilnehmen?

An jedem Tag stellen wir eine Frage zu einem bestimmten Thema. Wer die richtige Antwort weiß, schickt diese  bitte  über eine facebook-Nachricht oder per E-Mail an info@remove-this.politische-bildung.de. Wer möchte, kann auch an mehreren Tagen mitraten bzw. die vergangenen Tages-Fragen im Nachhinein lösen und somit mehrfach an der Verlosung teilnehmen, um seine Gewinnchancen zu erhöhen.

Teilnahmeschluss ist der 24. Dezember 2017. 

 

Was gibt es zu gewinnen?

24 x das Wissensspiel "STIMMT´S?"
Ein unterhaltsames Ratespiel um Wissenswertes und Witziges, Wichtiges und Unwichtiges mit Fragen aus Alltag, Geschichte, Geographie, Politik.

24 x 10 Postkarten aus unserer Serie "Politikverdrossenheit!?"

Die Auslosung der Gewinner erfolgt in der Woche nach Aktions-Ende. Die Gewinner werden jeweils aus den richtigen Antworten der einzelnen Tages-Fragen ermittelt. Die Gewinner werden dann Anfang Januar per E-Mail bzw. Facebook von uns benachrichtigt.

 

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